G. Goldsworthy formuliert in seinem exzellenten Buch diese Fragestellung (siehe: GOLDSWORTHY, Graeme: Preaching the Whole Bible as Christian Sscripture. Grand Rapids, Mich: W.B. Eerdmans, 2000, S. 46-62).
Was aber versteht Goldsworthy unter einer biblischen Theologie: "biblical theology involves the quest of the big picture, or the overview, of biblical revelation. It is of the nature of biblical revelation that it tells a story rather then sets out timeless principles in abstract. … If we allow the Bible to tell its own story, we find a coherent and meaningful whole" (S. 22).
Nun aber zur eigentlichen Fragestellung: War Jesus ein biblischer Theologe? Ich gebe im folgenden wie wesentliche Argumentationsstruktur des Kapitels wieder.
Der Apostel Paulus resümiert über seinen Dienst in Ephesus und kann von sich sagen, dass er nicht unterlassen hat, den ganzen Ratschluss Gottes zu verkündigen (Apg 20,27). Immer wieder ist diese Aussage als Zielvorgabe in der Homiletik-Literatur formuliert worden (so beispielhaft Stadelmann, Schriftgemäß predigen, S. 71). Häufig steht hier der Wunsch dahinter, die Gemeinde ausgewogen zu unterweisen.
In eine ähnliche Richtung geht m. E. die Biblische Theologie. Sie müht sich darum, von der Vielfalt der Heiligen Schrift zu ihrer Einheit zu kommen. Hier spielen die Fragen nach dem Verhältnis zwischen AT und NT, der Mitte der Schrift und dem Kanon der Schrift eine Rolle.
Nun gibt es verschiedene Zugänge bzw. Annäherungen an den Themenkomplex der Biblischen Theologie bzw. der Verkündigung des Ratschlusses Gottes. Auf folgende Zugänge bin ich in der Literatur gestoßen (Nr 1) bis 4) siehe Rezension zu Bos, Rein, We Have Heard That God Is with You: Preaching the Old Testament):
Biblische Theologie - von mir verstanden - bemüht sich darum, die Zusammenhänge im AT und NT aufzudecken und die Einheit der Heiligen Schrift zu betonen. Bei Justin Taylor habe ich The Story of the Bible in four Minutes von Shai Linne gefunden.
Hier in einer - wie ich finde - besseren Version:
Und hier der Text zum Nachlesen (Quelle: Justin Taylor):