die 'Textproduzenten' in der Antike. So findet sich häufig in den papyri-Dokumenten am Ende ein Zusatz wie etwa im P. Ryl II. 193:

"Maron, Schreiber der Euhemeria 's Hirten, schrieb dies für ihn, weil er die Buchstaben nicht kennt" (siehe O'DONNELL, M.B. (2005). Corpus linguistics and the Greek of the New Testament, New Testament monographs. Sheffield: Sheffield Phoenix Press, S. 111).
Nach M. B. O'Donnell können wir davon ausgehen, dass überhaupt 20-30 % einer existierenden Gesellschaft schreiben konnten. Es wird sich hier um mit Wohlstand ausgestatteten Männer einer existierenden Gesellschaft handeln  (S. 111).
Was dieser sozialgeschichtliche Umstand für die Bücher des NT bedeutet, ist eine spannende Frage. Eine gute Einführung mit einigen interessanten Thesen findet sich hier: KACHOUH, N. (2004). Die Paulusbriefe als Gemeinschaftsbriefe: Der Einfluss von Sekretären, Mitabsendern und Traditionen auf die Paulusbriefe. Unveröff. wiss. Arbeit. Pretoria: University of South Africa.


Babrios/Babrius war ein griechischer Fabeldichter (1. Jhr./2.Jhr. n. Chr.). Teresa Morgan gibt in ihrem opus magnum eine seiner Fabeln wieder (vgl. MORGAN, T. (2007). Popular morality in the early Roman Empire. Cambridge [u.a.]: Cambridge Univ. Press., S. 201).
Die Fabel erzählt von einem Ziegenhirten, der mit seiner Herde in einen Sturm geratend, Zuflucht in einer aus seiner Sicht leeren Höhle suchte. In der Höhle fand er jedoch eine Herde wilder Ziegen, die sich ebenfalls (selbständig) vor dem Sturm schützen wollten. Er merkte schnell, dass die wilden Ziegen viel größer und attraktiver (engl. finer) waren als seine. Da fasste er für sich den Entschluss, die Herden einzutauschen. Also fütterte er an diesem Abend die wilden Ziegen, seine eigenen Ziegen liess er hungrig. Am nächsten Morgen waren die wilden Ziegen verschwunden/haben sich aus dem Staub gemacht und seine eigenen Ziegen waren tot. In der Hoffnung auf eine bessere Herde, so das Ende der Fabel, hat er am Ende nichts, nicht mal die eigene Herde, die er eigentlich besaß.
Hier die ethische Motivation der Fabel nach T. Morgan:

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In den letzten Wochen habe ich einen Artikel von Jörg Frey exzerpiert. In der ntl. Forschung war einige Zeit nach der Veröffentlichung der Qumran-Funde eine Euphorie über eine mögliche religions- oder tradtionsgeschichtliche Anbindung der Texte an das NT entstanden.
So einfach ist es aber mit den Qumran-Funden nicht. J. Frey macht in seinem Artikel im Wesentlichen 3 Dinge klar: 1) Traditions- u. religionsgeschichtliche Untersuchungen mit dem Zweck eine genealogische Abhängigkeit zu erkennen, sind problematisch. Die essenische Gemeinschaft fusste selbst auf einem breiten Tratitionsfluss aus AT und Frühjudentum. 2) Es gab nicht die einzige essenische Gemeinschaft. Auch hier ist ein genauer Blick und Expertenwissen nötig. Zumindest ist das "uniforme Bild der Qumran-Sekte" (Frey) abzulehnen. 3) Auch die theologischen Schriften der Sekte offenbaren ein differenziertes Bild an Erkenntnissen und in der Lehre.
Für mich bedeutet es: Wieder mal ist es mit einfachen Erklärungen nicht getan. Bezieht sich jemand auf Qumran, ist eine Differenzierung nötig. Diese ist aber nur mit Expertenwissen (und langer Forschungsarbeit) verbunden. Einfach ist es nicht...

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Josef wird bei den Erzählungen der Weihnachtsgeschichte entweder kaum beachtet oder man wirft ihm sein Schweigen vor, weil er in den Evangelien kaum in Erscheinung tritt und die Initiative ergreift (so zuletzt im Dezember in einer der Morgenandachten des WDR5).

Beides hat sicherlich mit der textlichen Basis zu tun. Wir haben nicht viele Informationen über Josef und es scheint so, dass die Evangelisten sich nicht sonderlich Mühe geben, um Josef besonders hervorzuheben. Aber ganz so trist sie die Lage nicht aus. Einiges lässt sich über ihn mitteilen. Hier einige Auszüge aus meiner Predigt vom 25.12.2007.

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Die Kenntnis antiker Reiseverhältnisse ist unentbehrlich, um geographische und zeitliche Angaben in den Paulusbriefen richtig einzuordnen. Hier einige Anhaltspunkte:

(1) Das Überwintern: "Nach Vegetius (4. Jh. n. Chr.) war die Schiffahrt vom 11. November bis zum 10. März allgemein geschlossen (...). Darüber hinaus galten die Zeiten vom 10. März bis 27. Mai und vom 14. September bis 11. November als gefährlich für Seereisen" (Riesner 1994:274f).

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