In den letzten Wochen habe ich einen Artikel von Jörg Frey exzerpiert. In der ntl. Forschung war einige Zeit nach der Veröffentlichung der Qumran-Funde eine Euphorie über eine mögliche religions- oder tradtionsgeschichtliche Anbindung der Texte an das NT entstanden.
So einfach ist es aber mit den Qumran-Funden nicht. J. Frey macht in seinem Artikel im Wesentlichen 3 Dinge klar: 1) Traditions- u. religionsgeschichtliche Untersuchungen mit dem Zweck eine genealogische Abhängigkeit zu erkennen, sind problematisch. Die essenische Gemeinschaft fusste selbst auf einem breiten Tratitionsfluss aus AT und Frühjudentum. 2) Es gab nicht die einzige essenische Gemeinschaft. Auch hier ist ein genauer Blick und Expertenwissen nötig. Zumindest ist das "uniforme Bild der Qumran-Sekte" (Frey) abzulehnen. 3) Auch die theologischen Schriften der Sekte offenbaren ein differenziertes Bild an Erkenntnissen und in der Lehre.
Für mich bedeutet es: Wieder mal ist es mit einfachen Erklärungen nicht getan. Bezieht sich jemand auf Qumran, ist eine Differenzierung nötig. Diese ist aber nur mit Expertenwissen (und langer Forschungsarbeit) verbunden. Einfach ist es nicht...