Wieviel Einkommen ist genug? Und wie kann jemand, der Jesus zum Vorbild hat, sich angemessen im Blick auf Geld und Vermögen verhalten? Welche Verantwortung tragen Christen der westlichen Welt für Armut und Ungerechtigkeit in der Welt? Viele Fragen, die mich in dieser Hinsich beschäftigen.
Viele Christen regeln ihr Spendenverhalten mit dem Geben von ca. 10 % ihres Einkommens. Auch wenn das schon reichlich ist, bin ich mir nicht sicher, ob das the way of Jesus angemessen ist. Auch aus exegetischer Sicht ist dies zumindest vorsichtig zu hinterfragen. Im folgenden Artikel Funding and the Kingdom of God: A Biblical Blueprint versucht Dr. H. Krabbendam eine Antwort zu geben. Seine wesentliche These: 10% sind der Maßstab des AT, im NT ist zwischen 10 bis 100 % alles möglich und sollte relevant sein.
Ein weitaus bekanntes und anderes Modell ist die progressive Selbstbesteuerung von Ron Sider (englisch: graduated tithe). Vereinfacht dargestellt: von einem Grundbetrag (z. B. Existenzminimum) werden 10 % gespendet. Steigt das Einkommen z. B. um weitere 2000,00 Euro pro Jahr, steigt gleichzeitig auch der Spendensatz um 5% (also auf 15 %). Usw. Hinter Siders Modell steht auch die Einsicht, dass Geld nie genug da ist und mit dem steigenden Einkommen auch die Ausgaben steigen. Insofern ist man auch herausgefordert, möglichst einfach zu leben bzw. seine eigenen Ausgaben bewusst 'unten' zu halten.
Eine 5köpfige Familie hat ein Existenzminimum von 1327,00 Euro plus Ausgaben für Miete und Heizung (Dieser Satz richtet sich nach dem Alg-II-Satz). Ein solches Existenzminimum könnte eine Orientierungsgröße sein, um Siders Modell zu realisieren.
Mal sehen, ich werde die Spur weiter verfolgen...
Hays berichtet zunächst von einer von ihm im Jahr 1995 organisierten Konferenz an der Duke University mit ca. 30 führenden Forschern im Bereich NT, Theologie und Ethik. Die Zusammenkunft scheiterte in dem Sinne, dass sowohl kein Konsens als auch ein Sammelband über die ntl. Ethik erschien. Zu unterschiedlich sind hier die Zugänge, Prämissen und Modelle. Sechst solcher Modelle stellt Hays vor.
Eine meiner drängenden Fragen ist, wie die teils positive atl. Sicht über Reichtum (natürlich gibt es auch hier harsche Kritik, siehe den Artikel in Wibilex) mit der teils scharfen Kritik Jesu gegenüber dem Reichtum und dem Reichen mit der "reichen" Lebensweise im Westen zu vereinbaren ist?
Einen inspirierenden - wenn gleich für die persönliche ethische Fragestellung nichts Konkretes bietenden - Artikel hat Johannes Röser verfasst. D iwie Situationsbeschreibung trifft m. E. zu: Christen im Westen sind in Bezug auf die Kritik des Reichtums in den Evangelien taub. Meist werden die Erzählungen relativiert.
Ronald J. Sider stellt in seinem gleichnamigen Buch (1982) einige Prinzipien auf, die mir beim Nachdenken über Frieden, Gewaltfreiheit, Gewalt, Ungerechtigkeit und Krieg geholfen haben.
These 1: "Jesus wollte sein messianisches Reich als Leidender aufrichten, nicht mit dem Schwert" (:19). Das Kreuz ist der deutlichste Ausdruck dieser "Leidensbereitschaft", die Jesus nicht nur selbst gelebt, sondern auch gelehrt hat (vgl. Mt 5,38ff).
Das Geo-Magazin Nr. 01/01 berichtet über interessante Entdeckungen zum Vaterbild. Hier einige meiner Highlights, die Wissenschaftler von der Uni Regensburg herausgefunden haben:
Die Feinfühligkeit des Vaters beim Spiel, etwa mit Zweijährigen, korreliert extrem stark und eindeutig mit dem Bindungsverhalten der Kinder noch im Alter von 16 und 22 Jahren. Je sensibler der Vater das Kleinkind behandelt, desto sicherer geht der junge Erwachsene mit emotionalen Bindungen um.